Nassrasur Rasierpinsel

Published on Februar 15th, 2015

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Auf der Suche nach dem perfekten Rasierpinsel

Der Rasierpinsel: Mit diesem Rasurwerkzeug beginnt die Nassrasur. Der Rasierpinsel kann somit entscheidend über das Gelingen einer sanften Entfernung der Barthaare bestimmen. Denn um dicken und warm-feuchten Schaum zu schlagen, welcher der Klinge das Gleiten beim Rasieren erleichtert und so die Haut schont, wird ein guter Rasierpinsel benötigt.

Der Rasierpinsel im Wandel der Zeit

Der Rasierpinsel ist so alt wie die Kunst der Rasur selbst. Wann, wie und von wem diese speziellen Pinsel erfunden wurden ist jedoch nicht genau hinterlegt. Erste schriftliche Nachweise auf die Nutzung von Rasierpinseln finden sich aber in Aufzeichnungen und Büchern von Autoren wie Jean-Jacques Perret (1700), Allan Peterkin (1748) und John Thomas Smith (1815). Manche Autoren erwähnten den Rasierpinsel nur am Rande ihrer Aufzeichnungen. Andere beschreiben auf detaillierte Weise und mit Zeichnungen, wie genau eine Selbstrasur am besten durchgeführt wird – und welche Hilfsmittel benötigt werden.

In Europa machte der Rasierpinsel hingegen wahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts die größere Runde. Denn zur damaligen Zeit verbreitete sich der Trend zur Selbstrasur. Zuvor wurde die Rasur meistens vom Barbier vorgenommen. Zudem, so scheint es, wurde anstatt eines Pinsels lange Zeit eine Art Bürste zum Aufschäumen des Rasierschaums (damals meistens Seife) genutzt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatte sich die Selbstrasur bei Männern allerdings etabliert und somit auch der Besitz eines Pinsels oder einer Bürste, um Schaum für die Rasur zu kreieren und diesen aufzutragen.

Wie wähle ich den perfekten Rasierpinsel für mich aus?

Der Rasierpinsel dient dem Aufschlagen des Rasierschaums, der für eine erfolgreiche, gründliche und schonende Nassrasur notwendig ist. Aus diesem Grund besteht ein Pinsel zur Rasur meistens aus dicken Borsten und einem kurzen Stiel, sodass dieser gut in der Hand liegt und somit seiner gedachten Verwendung nach problemlos verwendet werden kann.

Meistens wird für die Herstellung eines Rasierpinsels heute noch Dachshaar genutzt, da sich dieses bereits seit Jahrhunderten als geeignet bewiesen hat. Mittlerweile greift man jedoch häufig auf synthetische Fasern zurück oder aber auf Pferdehaare oder Schweineborsten – oder auf Mischungen – zurück. Die Griffe eines Rasierpinsels werden bevorzugt aus Holz, Kunststoff oder aus Metall gefertigt. Hier kommt es in erster Linie darauf an, was der Nutzer bevorzugt.

Bei der Wahl des Pinsels kommt es also auf die Borsten und auf das Stielmaterial an. Bei den Borsten sollte darauf geachtet werden, dass diese die Haut nicht irritieren, was beispielsweise passieren kann, wenn diese zu grob sind. Bei der Wahl des Stiels sollte darauf geachtet werden, dass dieser gut in der Hand liegt und der Schaum dadurch problemlos aufgeschlagen werden kann. Jedoch entscheidet das Material auch über die Langlebigkeit und darüber, wie gut der gesamte Pinsel gereinigt werden kann.

Natürlich haben die verschiedenen Materialarten ihre Eigenarten sowie Vor- und Nachteile. Natürliche Borsten gelten als hochwertiger. Vor allem Dachshaar, das recht weich ist und noch heute bevorzugt verwendet wird, gilt als sehr angenehm für viele Hauttypen und als sehr ergiebig, wenn es um die Qualität des Schaums geht. Rosshaar ist hingegen etwas borstiger und Schweineborsten stellen bis dato wohl die gröbste natürliche Borstenvariante dar. Jedoch sind natürliche Borsten nicht so langlebig wie synthetische Fasern, da sich diese besser reinigen lassen. Zudem kann es bei natürlichen Borsten, selbst bei Mischungen, eventuell schwierig werden, den gewünschten Härtegrad zu finden.

Top 3 Rasierpinsel im Test

Edwin Jagger Pure Badger Dachshaar

Hersteller Edwin Jagger bezeichnet den „Pure Badger Dachshaar“ als idealen Rasierpinsel für Einsteiger – eine Aussage, die durchaus zutrifft.

Der edle Dachshaarpinsel liegt dank seines Holzimitatgriffs lange gut in der Hand, ist gut verarbeitet und massiert die Haut während des Einseifens sanft – und das, obwohl er relativ erschwinglich ist.

Zudem – und darauf kommt es letztendlich an – wird ein guter, cremiger und fester Schaum kreiert, der sich mit den weichen Borsten wunderbar verteilen lässt. Der Verlust der Haare ist gering und dem Preis angemessen, einzig nach einigen Anwendungen gehen hier und da mal ein paar Borsten verloren. Zu einem Preis von nur rund 20 € (Stand: 23.04.2015) bekommt man hier einen echten „No-Brainer“ geboten.

Mühle Dachshaar Kiefer

Der MÜHLE „Dachshaar Esche“ reiht sich in Sachen Preis eher im erschwinglichen Mittelfeld ein, allerdings weiß auch die Leistung zu überzeugen.

Der elegante Holzgriff liegt gut in der Hand und die weichen und gut verarbeiteten Dachshaare kreieren einen angenehm festen Schaum und massieren die Haut während des Auftragens sanft.

Den Rasierpinsel gibt es in mehreren Griffvariationen (z.B. Pflaume, Edelharz oder Olive).

Mühle Silvertip Fibre

Auch MÜHLE Silvertip Fibre Edelharz aus der S-Classic-Serie ist erschwinglich und hochwertig zugleich. Besonders interessant ist dieser Pinsel für Menschen, die eine tierische Herkunft der Borsten ablehnen: Dieser Pinsel ist vegan! Dennoch liefert er mehr als das durchschnittliche Maß an Qualität.

Die Borsten sind angenehm weich und irritieren die Haut nicht, dennoch schäumen sie sehr gut auf – und die ausfallenden Borsten halten sich auch nach einer mehrmaligen Anwendung in erträglichen Grenzen.

Zudem besticht der versiegelte Edelharz-Griff durch eine lange Lebensdauer und liegt durch seine runde Form ausgesprochen gut in der Hand.

Wer übrigens noch einen passenden Rasierhobel oder ein hochwertiges Rasiermesser sucht, der wird in unseren Artikeln „Welches Rasiermesser kaufen – Praktische Tipps und Test“ und „Die besten Rasierhobel im Experten-Test“ fündig.

Wie wird ein Rasierpinsel verwendet und wie sollte seine Pflege erfolgen?

Das Kreieren des Rasierschaums kann sowohl in einer geeigneten Schale als auch direkt auf dem Gesicht erfolgen. Hier kommt es in erster Linie darauf an, welche Schaumquelle verwendet wird. Seife wird beispielsweise in der Regel direkt auf dem Seifenstück und somit in der Seifenschale aufgeschäumt, während viele Rasiercremes der Tube entnommen und an gewünschter Stelle aufgeschäumt werden können. Zum Aufschäumen wird etwas Wasser und ein geeigneter Pinsel benötigt. Dieser wird in schnellen, kreisenden Bewegungen über das Gesicht, in der Schale oder das Seifenstück bewegt – dazu muss der Griff möglichst gut und fest in der Hand liegen.

Nach der Rasur sollte der Pinsel gründlich, etwa unter lauwarmen Wasser, gereinigt werden. Dabei sollten sowohl die Borsten als auch der Griff abgespült werden. Anschließend sollte der Pinsel gut ausgeschüttelt und zum Trocknen – etwa in einen Rasierpinselhalter – aufgehangen oder hingestellt werden. Das Trocknen sollte bestenfalls an einem nicht allzu feuchten Ort erfolgen, denn dauerhafte Feuchtigkeit kann sich nicht nur auf den Zustand des Griffs auswirken, etwa wenn dieser aus Holz ist, sondern auch auf die Borsten. Vor allem Naturborsten beginnen schnell unangenehm zu riechen, wenn sie nicht korrekt gereinigt und gepflegt werden.

Auf der Suche nach dem perfekten Rasierpinsel
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