Nassrasur Rasierpinsel

Published on Februar 15th, 2015

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Auf der Suche nach dem perfekten Rasierpinsel

Der Rasierpinsel: Mit diesem Rasurwerkzeug beginnt die Nassrasur. Der Rasierpinsel kann somit entscheidend über das Gelingen einer sanften Entfernung der Barthaare bestimmen. Denn um dicken und warm-feuchten Schaum zu schlagen, welcher der Klinge das Gleiten beim Rasieren erleichtert und so die Haut schont, wird ein guter Rasierpinsel benötigt.

Wie wähle ich den perfekten Rasierpinsel für mich aus?

Der Rasierpinsel dient dem Aufschlagen des Rasierschaums, der für eine erfolgreiche, gründliche und schonende Nassrasur notwendig ist. Aus diesem Grund besteht ein Pinsel zur Rasur meistens aus dicken Borsten und einem kurzen Stiel, sodass dieser gut in der Hand liegt und somit seiner gedachten Verwendung nach problemlos verwendet werden kann.

Meistens wird für die Herstellung eines Rasierpinsels heute noch Dachshaar genutzt, da sich dieses bereits seit Jahrhunderten als geeignet erwiesen hat. Mittlerweile greift man jedoch häufig auf synthetische Fasern zurück oder aber auf Pferdehaare oder Schweineborsten – oder auf Mischungen – zurück.

Pinselhaare

Bei der Wahl des Pinsels kommt es also auf die Borsten und auf das Stielmaterial an.

Bei den Pinselborsten sollte darauf geachtet werden, dass diese die Haut nicht irritieren, was beispielsweise passieren kann, wenn diese zu grob sind. Jedoch entscheidet der Haartyp auch über die Langlebigkeit des Pinsels und darüber, wie der Pinsel gereinigt werden muss.

Natürlich haben die verschiedenen Materialarten ihre Eigenarten sowie Vor- und Nachteile.

Natürliche Borsten gelten als hochwertiger, sind aber empfindlicher.

Vor allem Dachshaar, das recht weich ist und noch heute bevorzugt verwendet wird, gilt als sehr angenehm für viele Hauttypen und ist sehr saugfähig. Dachshaarpinsel gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen. Diese gliedern sich grob in aufsteigender Reihenfolge in Pure Badger, Best Badger, und Silvertip.

Die Qualität des Schaums gelingt mit Dachshaar in der Regel am Besten. Allerdings ist Dachshaar eher hochpreisig und bezüglich dem Tierschutz nicht unproblematisch.

Rosshaar ist hingegen etwas härter und borstiger, und kann deswegen auf empfindlicher Haut unangenehm wirken. Rosshaarpinsel sind weniger saugfähig als Dachshaarpinsel, eignen sich aber gut für Rasierseifen.

Schweineborsten stellen bis dato wohl die gröbste natürliche Borstenvariante dar. Die Borsten stammen meist von Wildschweinen. Ein guter Tipp ist, die Borsten vor Auftragen des Rasierschaums in lauwarmen Wasser einzuweichen, und damit ihre Härte zu verringern. Manche Anwender genießen aber auch den “Massage-Effekt” von groben Borsten.

Jedoch sind natürliche Borsten nicht so langlebig wie synthetische Fasern, da sich diese besser reinigen lassen. Ein großer Vorteil von diesem künstlichen Fasern für Tierliebhaber ist zudem, dass diese vegan sind.

Zudem kann es bei natürlichen Borsten, selbst bei Mischungen, eventuell schwierig werden, den gewünschten Härtegrad zu finden. Viele synthetische Fasern haben heutzutage eine sehr hohe Qualität.

Griff

Die Griffe eines Rasierpinsels werden bevorzugt aus Holz, Kunststoff, Horn oder aus Metall gefertigt. Hier kommt es in erster Linie darauf an, was der Nutzer bevorzugt. Wichtig ist, dass der Griff beim Aufschlagen der Rasiercreme gut und sicher in der Hand liegt.

Kunststoff ist sehr pflegeleicht und preisgünstig, kann allerdings von der wahrgenommenen Qualität nicht an einen schönen Griff aus hochwertigem Holz oder Horn heranreichen.

Top 3 Rasierpinsel im Test

Edwin Jagger Pure Badger Dachshaar

Hersteller Edwin Jagger bezeichnet den „Pure Badger Dachshaar“ als idealen Rasierpinsel für Einsteiger – eine Aussage, die durchaus zutrifft.

Der edle Dachshaarpinsel liegt dank seines Holzimitatgriffs lange gut in der Hand, ist gut verarbeitet und massiert die Haut während des Einseifens sanft – und das, obwohl er relativ erschwinglich ist.

Zudem – und darauf kommt es letztendlich an – wird ein guter, cremiger und fester Schaum kreiert, der sich mit den weichen Borsten wunderbar verteilen lässt. Der Verlust der Haare ist gering und dem Preis angemessen, einzig nach einigen Anwendungen gehen hier und da mal ein paar Borsten verloren. Zu einem Preis von nur rund 20 € (Stand: 23.04.2015) bekommt man hier einen echten „No-Brainer“ geboten.

Mühle Dachshaar Kiefer

Der MÜHLE „Dachshaar Esche“ reiht sich in Sachen Preis eher im erschwinglichen Mittelfeld ein, allerdings weiß auch die Leistung zu überzeugen.

Der elegante Holzgriff liegt gut in der Hand und die weichen und gut verarbeiteten Dachshaare kreieren einen angenehm festen Schaum und massieren die Haut während des Auftragens sanft.

Den Rasierpinsel gibt es in mehreren Griffvariationen (z.B. Pflaume, Edelharz oder Olive).

Mühle Silvertip Fibre

Auch MÜHLE Silvertip Fibre Edelharz aus der S-Classic-Serie ist erschwinglich und hochwertig zugleich. Besonders interessant ist dieser Pinsel für Menschen, die eine tierische Herkunft der Borsten ablehnen: Dieser Pinsel ist vegan! Dennoch liefert er mehr als das durchschnittliche Maß an Qualität.

Die Borsten sind angenehm weich und irritieren die Haut nicht, dennoch schäumen sie sehr gut auf – und die ausfallenden Borsten halten sich auch nach einer mehrmaligen Anwendung in erträglichen Grenzen.

Zudem besticht der versiegelte Edelharz-Griff durch eine lange Lebensdauer und liegt durch seine runde Form ausgesprochen gut in der Hand.

Wer übrigens noch einen passenden Rasierhobel oder ein hochwertiges Rasiermesser sucht, der wird in unseren Artikeln „Welches Rasiermesser kaufen – Praktische Tipps und Test“ und „Die besten Rasierhobel im Experten-Test“ fündig.

Wie wird ein Rasierpinsel zum Aufschlagen der Seife oder Creme verwendet?

Das Aufschlagen des Rasierschaums erfolgt entweder in einem Tiegel, oder falls nicht zur Hand, in einem Becher. Manche Männer kreieren den Schaum auch im Gesicht, allerdings wird dessen Qualität nie an sauber aufgeschlagenen Schaum im Tiegel herankommen.

Das genaue Vorgehen unterscheidet sich geringfügig, je nachdem ob man Rasierseife oder Rasiercreme benutzt.

Zuerst solltest du deinen Rasierpinsel kurz unter dem Wasserhahn mit warmem Wasser anfeuchten.

Im Falle von Rasierseife wird der feuchte Pinsel dann in kreisender Bewegung über die Seife geführt. Der entstehende Schaum wird mit dem Pinsel abgeschöpft und im Tiegel abgestrichen. Dort kann der Schaum dann sauber aufgeschlagen werden.

Benutzt du eine klassische Rasiercreme, so entnimmst du einfach eine kleine Menge aus der Tube in den Tiegel.

Meistens muss beim Aufschäumen immer noch ein wenig Wasser hinzugefügt werden. Da zu viel Wasser allerdings für einen schönen Schaum auch kontraproduktiv ist, solltest du im Zweifel erstmal weniger Wasser nehmen und nach und nach mehr hinzufügen.

Dann deinen neuen Rasierpinsel fest am Griff packen und genüßlich den Schaum in kreisenden Bewegungen aufschäumen. Es hat sich bewährt, die Richtung der Bewegungen auch einmal zu wechseln. Aber auf keinen Fall zu stark drücken, da sonst die empfindlichen Haare Schaden nehmen könnten.

Zum Aufschlagen des Schaums solltest du dir genug Zeit (ca. eine Minute) nehmen. Mit ein wenig Erfahrung wirst du einschätzen können, wann der Rasierschaum die richtige Qualität erreicht hat.

Wie muss die Pflege des Rasierpinsels erfolgen?

Nach der Rasur sollte der Pinsel gründlich, etwa unter lauwarmen Wasser, gereinigt werden. Dabei sollten sowohl die Borsten als auch der Griff abgespült werden. Seifenreste müssen vollständig ausgewaschen werden.

Anschließend sollte der Pinsel gut ausgeschüttelt. Dazu nimmt man den Pinsel in die Hand und führt einige kraftvolle Schwünge aus. Anschließend muss der Rasierpinsel zum Trocknen – etwa in einen Rasierpinselhalter – aufgehängt oder hingestellt werden.

Das Trocknen sollte bestenfalls an einem nicht allzu feuchten Ort erfolgen. Dauerhafte Feuchtigkeit kann sich nicht nur auf den Zustand des Griffs auswirken (etwa wenn dieser aus Holz ist), sondern auch auf die Borsten. Vor allem Naturborsten bzw. Echthaarpinsel beginnen schnell unangenehm zu riechen, wenn sie nicht korrekt gereinigt und gepflegt werden. Dazu zählen Dachshaarpinsel und insbesondere Silberspitz. Synthetische Fasern sind in der Regel unempfindlicher.

Es dürfen auch keine aggressiven Reinigungsmittel zur Reinigung des Pinsel eingesetzt werden, allenfalls ein paar Tropfen milde Seife oder Haar-Shampoo.

Verbiegen und Plattdrücken der Pinselhaare sollen für eine langjährige Lebenszeit des Rasierpinsels unbedingt vermeiden werden. Wenn du viel auf Reisen gehst, kannst du dir einen speziellen Reiserasierpinsel zulegen, der besonders geschützt transportiert werden kann.

Einen Pinselgriff aus dem Naturprodukt Horn kannst du von Zeit zu Zeit mit einem Tropfen Öl einreiben, um die Geschmeidigkeit des Griffes zu erhalten.

Wie lange hält ein Rasierpinsel?

Bei richtiger Pflege und sorgsamen Umgang hält ein Rasierpinsel mehrere Jahre. Behandle deinen Pinsel gut und er wird dir für lange Zeit treue Dienste leisten!

Geschichtlicher Exkurs: Der Rasierpinsel im Wandel der Zeit

Der Rasierpinsel ist so alt wie die Kunst der Rasur selbst. Wann, wie und von wem diese speziellen Pinsel erfunden wurden ist jedoch nicht genau hinterlegt. Erste schriftliche Nachweise auf die Nutzung von Rasierpinseln finden sich aber in Aufzeichnungen und Büchern von Autoren wie Jean-Jacques Perret (1700), Allan Peterkin (1748) und John Thomas Smith (1815). Manche Autoren erwähnten den Rasierpinsel nur am Rande ihrer Aufzeichnungen. Andere beschreiben auf detaillierte Weise und mit Zeichnungen, wie genau eine Selbstrasur am besten durchgeführt wird – und welche Hilfsmittel benötigt werden.

In Europa machte der Rasierpinsel hingegen wahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts die größere Runde. Denn zur damaligen Zeit verbreitete sich der Trend zur Selbstrasur. Zuvor wurde die Rasur meistens vom Barbier vorgenommen. Zudem, so scheint es, wurde anstatt eines Pinsels lange Zeit eine Art Bürste zum Aufschäumen des Rasierschaums (damals meistens Seife) genutzt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatte sich die Selbstrasur bei Männern allerdings etabliert und somit auch der Besitz eines Pinsels oder einer Bürste, um Schaum für die Rasur zu kreieren und diesen aufzutragen.

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